Black Space Riders / Motorowl: Live in Münster

Anlässlich der Veröffentlichung ihres fünfeinhalbten Albums "Amoretum Vol. 1" am Tag zuvor luden die Münsteraner BLACK SPACE RIDERS am 27.01. zu Konzert und Release-Party in die heimische Sputnikhalle. Als Vorgruppe waren zudem MOTOROWL angekündigt, und bei einem geradezu lachhaften Eintrittspreis von gerade einmal 12 Euro störte auch die Anfahrt aus dem 'schönen' Bochum nicht mehr groß. Ganz klar: Eine Pflichtveranstaltung.

Bevor es losgeht entschuldige ich mich mal wieder für die Qualität der Fotos, aber dieses sogenannte Smartphone ist offenbar nicht smart genug, aus den schummerigen Lichtverhältnissen eines Rockkonzerts irgendetwas herauszuholen, das über Mittelmaß hinausgeht. Naja, es gibt schlimmeres. Kommen wir also zum Konzert:

Vorband waren wie gesagt MOTOROWL aus Thüringen, deren Album "Om Generator" (2016) mich durchaus zu überzeugen wusste. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Live konnte die Band sogar noch deutlich mehr begeistern als auf CD.

Von Beginn an machte das Quintett gehörigen Druck und legte sich dermaßen ins Zeug, dass es eine reine Freude war, ihnen dabei zuzusehen. Der Sound war ab der ersten Sekunde druckvoll, klar und ziemlich mächtig, MOTOROWL zogen eine Soundwand hoch, die sich gewaschen hatte.

Ihre Mischung aus Doom, Stoner Rock und einfach Metal mag zwar nicht sonderlich originell sein, im Gegensatz zum Großteil der Millionen von Bands aus diesem Genre fuzzen und dröhnen MOTOROWL aber nicht bloß herum, sondern können vernünftige Songs schreiben. Zudem verzichtet man komplett auf irgendwelche verhuschten Soundeffekte, sondern gibt einfach Vollgas und feuert aus allen Rohren. Lediglich zwischen den Songs sorgten kurze Ambience-Passagen aus den Keyboards für wohlige Atmosphäre, aber das waren meist nur ein paar Sekunden, bevor es wieder laut wurde. Die Band wirkt trotz ihres noch jungen Alters außerdem sehr gut aufeinander eingespielt und tight. Sympathische Ansagen ihres Frontmanns rundeten das durchweg positive Bild ab. MOTOROWL waren wirklich richtig mächtig, heavy wie die Sau und legten dem Publikum die Haare glatt. So muss das sein. Entsprechend positiv waren die Reaktionen, so dass die Band zu ihrer eigenen Überraschung sogar eine Zugabe spielen durfte, bevor dann nach ca. 45 Minuten Schluss war. Beide  Daumen hoch!

Die kurz vor dem Gig von MOTOROWL noch erschreckend leere Sputnikhalle (wenn da insgesamt 50 Leutchen rumliefen, war das viel) hatte sich während des Gigs offenbar ganz gut gefüllt, so dass der Hauptact tatsächlich vor vollem Haus aufspielen durfte. "Meine Güte, Ihr seid aber ganz schön viele" gab sich Sänger und Gitarrist JE dementsprechend zu Beginn auch überrascht. Für mich persönlich, der die Band erst 2015 mit ihrem Wunder-Album "Refugeeum" kennen- und lieben gelernt hatte, war es das Live-Debüt der BLACK SPACE RIDERS. Dementsprechend war ich gespannt, was da auf mich zukommen sollte.

Sehr cool fand ich  schon einmal das Konzept mit zwei  Frontleuten, die sich die Gesangparts teilen und so nicht nur für Abwechslung, sondern auch für jede Menge Action auf der Bühne sorgen.

Von Beginn an war die Stimmung in der Sputnikhalle auf dem Siedepunkt. Obwohl die BLACK SPACE RIDERS (logischerweise) erst einmal zwei neue Lieder spielten (das Album war wie gesagt genau einen Tag veröffentlicht) gab es im Publikum ab dem ersten gespielten Ton kein Halten mehr und die Band wurde abgefeiert wie die Könige. Selbst für ein Heimspiel war dies schon bemerkenswert. Und übrigens zu Recht! Was die Kerle, die - ohne jemandem zu nahe treten zu wollen - sicherlich die Väter von MOTOROWL sein könnten, für einen Alarm machen, das findet man tatsächlich nicht allzu oft. Spielfreude pur, eine eingespielte Band, der man anmerkt, dass hier fünf gute Freunde am Werk sind. Obwohl das Tempo hier durchaus auch mal höher ist, ist diese Band live ebenfalls ungemein heavy und es drückt einfach im Gesicht - und genau so will man das doch haben.

Nachdem die ersten beiden Songs "Lovely Lovelie" und "Another Sort Of Homecoming" gespielt waren, konzentrierte sich die Band zunächst einmal auf ihren Backkatalog und spielte von jedem ihrer bisherigen vier Studioalben diverse Songs. Erst relativ spät im Set kamen mit "Come And Follow" und später mit "Fire! Fire! (Death Of A Giant)" sowie "Soul Shelter (Inside Of Me)" drei weitere neue Lieder zum Zuge.

Nun war das Konzert aber nicht nur einfach ein ganz normales, denn neben der Tatsache, dass natürlich die Veröffentlichung des neuen Albums gefeiert wurde, war es auch in anderer Hinsicht ein sehr besonderer Gig für die BLACK SPACE RIDERS:

Es war nämlich das letzte Konzert ihres Bassisten SAQ, der die Band verlässt und beim Konzert in der Sputnikhalle den Staffelstab an seine Nachfolgerin MEI übergab. Mein Zeitgefühl ist gemeinhin eher unterdurchschnittlich, aber ich würde schätzen, dass es ca. zur Mitte des Konzertes war, als SAQ sich von den Fans verabschiedete, seinen Bass abschnallte und unter tosendem Applaus die Bühne verließ. Unter ebenso tosendem Applaus betrat MEI die Bühne und stöpselte ihren Bass ein.

Nun folgte irgendwie ein kleiner Bruch, was vermutlich an verschiedenen Faktoren lag: Zum einen war da nun natürlich eine neue Bandkonstellation auf der Bühne. Die gesamte Band wirkte nun sehr konzentriert und zumindest am Anfang weniger selbstsicher. Zudem verzichtete JE eine zeitlang auf seine ebenso grundsympathischen wie witzigen Ansagen. Aber auch im Publikum schien für ein paar Songs lang die Luft ein wenig raus zu sein. Das gab sich allerdings dann relativ schnell, MEI fand mehr und mehr ins Bandgefüge und spätestens zum letzten regulären Song "Run To The Plains" war die Stimmung auf wie vor der Bühne wieder am kochen. 

Als Zugabe gab es neben dem eher introvertierten neuen Song "Movements" noch die Vollbedienung mit dem wirklich alles zermalmenden "Lights Out", das in Sachen Heavyness den Höhepunkt des BLACK SPACE RIDERS-Gigs markierte. Danach konnte nichts mehr kommen und folgerichtig beendete die schweißgebadete und überglückliche Band dann auch nach über zwei Stunden Spielzeit das Konzert, um sich Sekunden später am Merchandise-Stand zum Gespräch und Feiern mit den Fans einzufinden. Fazit: Ein großartiger Abend mit zwei tollen Bands und einem fantastischen Publikum in einer gemütlichen Location. Besser geht es wohl nicht.

 

Setlist BLACK SPACE RIDERS (geklaut von setlist.fm):

 

- Lovely Lovelie

- Another Sort Of Homecoming

- Spacebomb

- Digging Down (The Hole Part 1... From Deep Below)

- Universal Bloodlines

- Born A Lion (Homeless)

- Come And Follow

- Hide From The Spacelight

- I Am Fire / Startrooper / Voodoo Spaceship / Stoned Bikers In Space

- Give Gravitation To The People

- Night Over Qo Nos (Masrammey)

- Bang Boom War (Outside My Head)

- Stare At The Water

- The God-Survivor

- Fire! Fire! (Death Of A Giant)

- Soul Shelter (Inside Of Me)

- Run To The Plains

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- Movements

- The New Black (The Hole Part 2... From Above)

- Lights Out (The Hole Part 3... Going Down)

 

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